Immer diese Religioesen

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Quelle: Golem, http://forum.golem.de/kommentare/games/counter-strike-kontroverse-um-tuerkische-map/immer-diese-religioesen-./98720,4411106,4411106,read.html#msg-4411106

Re: Immer diese Religiösen -.-
Autor: SelfEsteem 20.02.16 - 22:50

Der Held vom Erdbeerfeld schrieb:
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> Im Kern gebe ich dir recht, habe jedoch trotzdem lieber ein Auge auf den
> deutschen Westen, wo der intellektuelle und begüterte Teil des braune
> Sumpfes in hohen Positionen von Politik und Wirtschaft sitzt.
>
> Im Osten stinkt der braune Sumpf stärker, im Westen ist er tiefer.
> Letzteres halte ich für gefährlicher.

Ich weiss, keine Frage. Marschierende und groelende Neonazi-Horden sind 
schlicht ein besseres Beispiel als inzwischen leider akzeptierte CSU-Politiker.
Aber keine Sorge, ich finde letztere auch ueberhaupt nicht lustig.

> Es wäre zu prüfen, wann und wo zu viel oder zu wenig Toleranz eine
> Extremisierung befördert hat. Extremisten zu streicheln macht diese mutig,
> aber die Gefühle einfacher Leute fortwährend zu verletzten, treibt diese in
> den Extremismus.

Wie andernorts schon geschrieben, sehe ich einen gigantischen Unterschied 
zwischen der gezielten Beleidigung eines Menschen und generellem Scherzeln 
ueber abstrakte Phaenomene wie "Staat".

Vergleichen kannst du das mit einem allgemein erzaehlten Blondinenwitz 
auf der einen Seite und permanenten Blondinenwitzen in Richtung ein und 
der selben Blondine auf der anderen. In letzterem waere es der Blondine 
nicht zu veruebeln, wenn sie anfaengt ein paar Ohrfeigen auszuteilen.
Fuer ersteren Fall ist mir nicht bekannt, dass es wuetende, blonde Mobs 
gegeben haette, die sich zutiefst beleidigt fuehlten.


> Um genau zu sein, zeigen weite Teile der letzten tausend Jahre
> hervorragend, dass gegenseitiger (!) Respekt einer friedlichen Koexistenz
> durchaus zuträglich ist. Und die letzten 150 Jahre zeigen besonders
> deutlich, wie sehr sich die Kluften vertiefen, wenn man es nicht tut.

Es verwirrt mich etwas, wenn gegenseitiger Respekt gefordert wird, 
das jedoch nach den Regeln von nur einer Seite zu geschehen hat.
So hatte ich nicht gefordert, Religionen zu verbieten und den Glauben 
mit Haft oder dem Tot zu bestrafen, sondern ihr den Sonderstatus zu nehmen.

Verschiedenen Menschen sind verschiedene Dinge wichtig - ihr Job, 
ihre Kinder, ihr Auto, ihr Hobby, ihr Lieblingsbuchautor, 
doch wo kaemen wir hin, wenn diese Dinge ueber jegliche Kritik erhaben 
waeren? Oder wenn diese Dinge einen Sonderstatus im Steuersystem haetten? 
Oder wenn diese Dinge ein Tabu-Thema waeren, ueber das nicht gewitzelt 
werden darf (wie hier geschehen)?


Wie genau passt es mit gegenseitigem Respekt zusammen, 
wenn eine Seite wild argumentieren und Quellen vorweisen muss, 
waehrend die andere so ziemlich alles mit "das ist mein Glaube" 
verargumentieren kann - selbst wenn das eigene Glaubensbuch widerspricht? 
Das ist kein gegenseitiger Respekt, das ist sogar das ziemliche Gegenteil davon.

Der religioese Sonderstatus ist bei uns tief verwurzelt - ueber Generationen anerzogen, 
aber das macht ihn nicht richtig. Ich will mir hier keine Schiene bauen, 
ueber die ich Menschen zutiefst beleidigen moechte, aber ich finde es laecherlich, 
alles den religioesen Gefuehlswelten anderer Menschen unterordnen zu muessen.